Unveranzwortlich?? Oder Kämpferisch??

Ich glaube wirklich gerade, ich stehe im Wald.

Könnt ihr mir mal bitte helfen das zu Verstehen?!?!

Folgender Sachverhalt heute morgen.

Meine Kollegin Frau O. hat seit längerem Probleme mit ihren Augen. Da sind irgendwelche Risse auf der Hornhaut und da sieht sie immer schlechter. Sie hat auch schon paar Mal erwähnt, dass sie damit eigentlich gar kein Auto fahren darf, es aber trotzdem tut.

Naja heute muss es wohl besonders schlimm gewesen sein, denn schon als sie zur Tür rein kam sagte sie „Ich sehr gar nix, ich werde gleich wieder heim gehen…“ Ich habe ihr dann angeboten sie zu fahren, weil wir beide es eigentlich unverantwortlich fanden, dass sie in diesem Zustand Auto fährt. Sie hatte ja selbst mal gesagt, dass sie manchmal nur hell und dunkel unterscheiden kann…

Naja sie ist dann doch selbst gefahren und hat sich eben bis Freitag krank gemeldet. Als der Kollege dann rein kam meinte er nur, dass sie ja eigentlich kein Auto fahren dürfte und sie ja aber trotzdem gekommen sei. Ich hab ihm dann gesagt, dass ICH das ganze schon etwas unverantwortlich und riskant finde. Er meinte dann so, ob ich sie heimgefahren hätte und ich sagte ja, weil das ja schließlich sicherer gewesen wäre. Er meinte dann ja nur, die Aktion von Frau O sei kämpferisch gewesen und sie würde ja nicht gleich aufgeben.

Ich weiß, dass er da auf mich anspielt, ich möchte meine restlichen Überstunden heute Nachmittag absetzen, weil ich eine Erkältung habe und ja nun den Rest der Woche für 2 arbeiten muss. Aber das sieht er nicht, er sieht nur, dass ich eher gehen will, aber dass ich dafür auch an anderen Tagen 10 Stunden und länger hier sitze, das sieht er nicht…

Der Hammer kam Übrigens zum Schluss, ich sagte, es würde aber nix bringen, wenn sie sich mit dem Auto auf Arbeit quält und dann auf der Autobahn einen Unfall baut. Er meinte dann, das wäre ein Risiko, was man eingehen müsste. Spinnt der?? Den möchte ich sehen, wie er z.B. einer Mutter erklärt, warum eine mitt60er ihre Kinder im Blindflug überfahren hat, weil sie zur Arbeit ist und nix gesehen hat. Der soll er dann mal dieses kalkulierbare Risiko erklären…

Und was mich ja immer noch besonders wütend macht, während ich noch gesprochen habe ist er einfach aus dem Zimmer gegangen, so was kann ich leiden…

Naja der Chef ist damit einverstanden, dass ich jetzt gleich gehe. Ihm ist es lieber, ich gehe eher nach Hause, als dass ich morgen gar nicht da bin. Für ihn wäre es das Schlimmste, wenn zw. 1. und 10. auch noch der 2 Lohnrechner ausfällt. Ich hätte vielleicht mal besagten Kollegen fragen sollen, ob ihm lieber ist, dass ich heute bis zum Schluss dableibe und er dafür ab morgen Lohn rechnet…

Update: Zum Abschied bekam ich ein nettes „Jetzt können sie ja die Sonne genießen!“ zu hören. Ja klar, mit Kopf- und Hasschmerzen und laufender Nase…